Tag 10 – 17 / ….Durchhalten

Tag 10
Ich bin nach wie vor völlig fertig – aber das kann ich auch gut und gerne mit einem Tee sein. Die Erkältung hält sich wacker und heute fühleich ich mich einfach nur matt. Wahrscheinlich kommt nun die ganze Anspannung der letzten Tage heraus – wobei ja nun die nächste Last ansteht – die Beerdigung in einer Woche.
Aber das ist kein Grund, einen Wein zu trinken. Sag ich mir stets. Der erste Schluck würde mich bestimmt schon umwerfen. Ich möchte das jetzt durchziehen….wobei mir heute morgen die ersten Zweifel kamen, ob ich das wirklich ein ganzes Jahr (oder länger – wär ja sinnvoll) durchhalte oder mir erst mal ein kleines Ziel setzen sollte (wäre ja sinnvoll, um nicht gleich hinten rüber zu kippen).
Auf jeden Fall so lang wie möglich – und immer einen Tag nach dem anderen – Schritt für Schritt, so dass es überschaubar bleibt. Tja bloß in einem Monat ungefähr steht ein Kurzurlaub an der Mosel an, da muss man doch nicht unbedingt Wein trinken….?!?!!
Wobei das ehrlich gesagt, sehr schwer wein wird. Aber vielleicht bin ich dann soweit, dass ich aus Überzeugung sage, dass ich tatsächlich lieber Wasser trinke?

Tag 11
Ich war bei meiner Schwägerin, sie fragte mich, ob ich einen Wein trinken möchte. Aber ich wollte nicht. Dabei war ich nicht einmal mit dem Auto da, sondern zu Fuß. Und eigentlich trinke ich immer gerne Rotwein – ich blieb standhaft beim Wasser – und es tat nicht einmal weh!

Tag 12
Mein Freund schlug vor, eine Flasche Wein zu öffnen (mein Vorhaben habe ich ihm nicht so konkret unterbreitet – das mache ich mit mir selber aus – vielleicht ein Fehler?). Doch ich sagte ihm, ich brauche keinen Wein. Aber ich hatte auch nicht das Gefühl, selbst wenn er die Flasche geöffnet hätte, dass ich ein Glas hätte mit ihm trinken wollen. Da war kein Bedarf von meiner Seite, keine Vorfreude darauf – da war eher Ablehnung.

Tag 13
Als er dann abends doch die Flasche öffnete, habe ich doch kurz überlegt und wäre fast schwach geworden.
Vor mir steht ein Glas 0,1 l Riesling. Ist aber nicht von mir, sondern das Glas von meinem Freund. Gerochen habe ich daran und die Säure, das weiß ich genau, hätte bei mir wieder Sodbrennen & Co. verursacht. Ich bin standhaft geblieben – bei Tee und Wasser. 

Tag 14
Das gestrige Glas Wein von meinem Freund steht noch an der Spüle und ich habe es abgedeckt mit einem Deckel. Darin sind noch ca. 0,2 l. Als ich morgens daran roch, wusste ich, warum ich ihn nicht getrunken hatte. Es gab ganz früher mal Tage, da machte mir ein Wein am Morgen gar nichts aus. 
Gegen Abend stand das Glas noch immer da – gefüllt – und ich hatte kein Verlangen, es zu leeren. Komisch eigentlich, früher hätte ich doch nichts verkommen lassen. Also blieb ich wieder bei Tee und Wasser – gut so! 
Ich habe nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt!

Tag 15
Das Glas mit dem Riesling steht noch immer in der Küche. Die angefangene Flasche im Kühlschrank. Irgendwiehabe ich Erfurcht davor, wieder mit einem Schlückchen anzufangen. Denn es würde nicht dabei bleiben. Das weiß ich…..!
Stattdessen trinke ich viel Tee. Am liebsten Detox Tee, klärend und reinigend….heute sind mir rechtsseitig 3 merkwürdige Pickel an Kinn und Hals aufgefallen. Wie Ausschlag? Oder ist das die Reinigung ansich? Entzugserscheinungen?

Tag 16
Das stehen gelassene Gläschen Wein steht noch immer in der Küche und wartet darauf, entweder in den Ausguß gekippt oder von mir getrunken zu werden. Ich habe nach wie vor keine Ambitionen, daran zu gehen. Stattdessen erfreue ich mich daran, dass ich die Treppen wieder mit mehr Elan hoch kommen. 🙂

Tag 17
Nun hat mein Freund sich erbarmt und das Glas Wein ausgeschüttet. Die angefangene Flasche steht noch immer im Kühlschrank. Obwohl ich heute Abend fix und fertig war, bin ich nicht drangegangen, habe mich nicht daran vergriffen.
Im Normalfall würde der Pegelstand permant sinken….aber ich glaube, ich habe nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet. Mag auch sein, dass morgen die Beerdigung meines Bruders ansteht? Woher kommt meine Disziplin?

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