Mein Leben und Alkohol

Mein Leben und Alkohol passen einfach nicht zusammen.

Bestimmt 30 Jahre lang habe ich immer wieder den Drang verspürt, dass ich ohne Alkohol keinen Spaß am Leben hätte. Dass mich ein Glas Wein entspannen würde. Ich war regelrecht besessen darauf, mit mir allein zu sein, so dass ich mich ganz der Flasche Wein und diesem Abend hingeben konnte. Keiner würde mich dabei stören. Keiner würde mir „gute“ Ratschläge erteilen.

Es gab schon den einen oder anderen Absturz und den schlimmen Kater am Morgen. Auch gab es Zeiten, da griff ich schon am Morgen zur Flasche und goß mir ein Sektchen ein, wenn das Kind im Kindergarten war. Es verschaffte mir die nötige Entspannung, den Kreislauf für die restlichen Anforderungen des Tages in Schwung zu bringen. Aber wenn ich, im Nachhinein betrachtet, ehrlich zu mir bin, so machte mich der Alkohol eher schlapp und müde. Von Schwung war da nichts zu merken. Gut, am Anfang vielleicht. Die erste Euphorie….., aber wenn die verflogen war, war es recht anstrengend, das Kind aus dem Kindergarten abzuholen und die Fahne (die ist ja zwangsläufig mit dabei) zu verstecken hinter einem Kaugummi. Bis mein Freund einmal bemerkte, dass mein Kaugummi so komisch rieche…. Von da an war ich vorsichtiger.

Ich weiß nicht, wie viele Mütter aus Kindergarten und später Schule bemerkt haben, wie es um mich stand. Ich habe auch nie Hochprozentiges getrunken. Und immer nur so viel, dass ich noch geradeaus gehen konnte. Aber über den Tag verteilt kam da schon eine Flasche Wein oder Sekt zusammen. Abwechselnd auch mal Bier.

Auch erinnere ich mich an Nachmittage, an denen ich meinen Freund bat, ob er das Kind nicht von einer Freundin abholen könnte. Ich sei gerade schlecht zurecht…..schließlich wollte ich doch meinen Führerschein behalten. Gut, so weitsichtig war ich wenigstens noch. Aber auf den Schluck davor wollte ich eben auch nicht verzichten. Koste es anscheinend, was es wolle. Und es kostete mich oftmals fatale Blicke meines Liebsten.

Wenn ich einige Bilder von früher betrachte, muss ich mir eingestehen, gesund sah ich damals nicht aus. Blass war ich. Und der Gesichtsausdruck war alles andere als locker, eher verhärmt. Vielleicht sogar älter als ich damals tatsächlich war.

Was mir in jungen Jahren nicht bewusst war, Alkohol ist ein Zellgift. Alkohol greift den Körper an. Vor allem die Leber. Wichtig ist diese für uns, weil sie es eben ist, die den Alkohol im Körper auch wieder abbauen soll. Ironie des Schicksals!? Aber nicht nur die Leber ist betroffen, auch das Herz-Kreislauf-System, der Blutdruck, die Bauchspeicheldrüse und Magenschleimhaut.

Aber wer macht sich darüber schon Gedanken, wenn man gerade auf einer Feier ist und mal wieder zu tief ins Glas schaut, weil es gerade mal so schön ist? Wer denkt da schon an den nächsten Morgen, wenn man verkatert aufwacht und vielleicht dann noch weiß, was am vergangenen Abend so abgegangen ist….nun, dann hat man Glück. Denn schlimmer geht immer!

Wenn man jung ist, sagt man sich, man habe das ganze Leben noch vor sich. Was macht da schon eine durchzechte Nacht? Und wenn schon, auch wenn es mehrere werden….., was solls? Schließlich kann man ja immer noch ein oder zwei Tage mal auf Alkohol verzichten. Musste ich manchmal sogar zwangsläufig, weil dann einfach nichts mehr ging. Aber am dritten Tag war das Verlangen wieder da. Und je öfter und je mehr man trinkt, umso größer wird das Verlangen nach mehr Wein, nach mehr Bier…….

Glaubt mir Leute, das rächt sich im Alter. Dazu muss man nicht unbedingt jeden Abend stoned am Boden liegen. Die Menge macht´s. Nicht nur die Alkoholmenge, sondern auch die Häufigkeit an Tagen, an denen man ihn konsumiert hat.

Wie aber kann man nach über 30 Jahren seine Gewohnheiten einfach ändern?

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